The Limelight Hotel, Aspen

By In America

Ich bin süchtig. Süchtig nach dem Anblick der weiß bedeckten Rocky Mountains, die mich schon aus dem Flugzeugfenster anlächeln, bevor ich mit einem tiefen Seufzer die Landebahn des International Airports in Denver touchiere. Ich bin süchtig nach diesen 3 ½ Stunden Roadtrip auf der Interstate 40, die mich näher an mein Ziel bringen und den Tag langsam auf dem schneegeräumten Asphalt verglühen lassen. Alles, um endlich wieder dort zu sein, wo der Winter und das Skifahren in Nordamerika ihre Heimat haben. Ich bin zurück in Aspen, Colorado. Jener Kleinstadt mit ihren herausgeputzten Western-Boutiquen und kitschig erleuchteten Wohnhäusern, die noch Puderzucker vom letzten Schneefall auf ihren Fassaden tragen. 

Ich freue mich auf ein Wiedersehen mit den vier großen Skigebieten am Aspen Mountain. Mit der kleinen, liebgewonnenen Creperie du Village und den heimeligen Bars, in denen bis spät in die Nacht Live-Sport über den Flatscreen flimmert. Und ich freue mich auf das Heimkehren ins Limelight Hotel, dem ich nun zum dritten Mal in Folge einen Besuch abstatte. Denn das Limelight ist für mich nicht irgendein Ort, es ist vielmehr die Summe eines Lebensgefühls, das ich bisher in keinem anderen Ski-Resort der Welt verspürt habe. Es ist diese Prise Exklusivität, gepaart mit amerikanischer Lässigkeit, die man am besten in der weiträumigen Lobby mit ihrem offenen Kamin verspürt. Hier genießt man sein kühles Bier, redet mit seinen Lieben, lauscht den Klängen einer Live-Band und schaut den rieselnden Schneeflocken beim Landeanflug zu. What a place. What a moment.  What a life.

#rooms

Oberstes Credo im Limelight ist, dass man sich wohlfühlt. Kein Problem für mich im Luxury Room mit seinem knisternden Kaminfeuer, der heißen Dusche und der gemütlichen Lese-Ecke. Dazu gibt es ein riesiges King-Size-Bed, dass so ziemlich jeden Krampf des Skitages ausbügelt und mich kaum wieder freigeben möchte. Noch mehr Entspannung verspricht der sprudelnde Außenpool, der fürs Après-Ski-Programm mit schlappen 40 Grad so richtig einheizt.

#food

Die Lounge ist eindeutig der „place to be“ im Limelight, denn spätestens ab 15 Uhr heißt es hier vollmundig Happy Hour, wo Drinks und ofenfrische Pizza den Skitag würdig ausklingen lassen. Jetzt werden all die kleinen Abenteuer des Tages herausgeholt und mit einer Prise Extra-Powder zum Besten gegeben, während sich die Live-Band in diversen Jazz-Schleifen verliert. Während am Nachmittag ausgelassene Entspannung herrscht, ist das Frühstück von angespannter Vorfreude geprägt. Zumindest wenn draußen die Schneeräumer unterwegs sind und die ersten Gondeln bereits den Hang hochfahren. Schnell noch ein wenig Rührei mit Kartoffeln, Lachs und Müsli und schon fährt mich der Limelight-Shuttle hinüber zur Silver Queen Gondola.

#skiing

Es gibt in Aspen eigentlich nur zwei Arten von Skitagen. Entweder es scheint die Sonne vom Himmel und man würde am liebsten im T-Shirt zwischen den mächtigen Douglastannen hindurch kurven oder es schneit frischen Champagne-Powder und es fährt sich wie eine einzige Kissenschlacht. Am ersten Tag belohnt mich das riesige Terrain in Snowmass mit einem Bilderbuchtag und ich genieße die 98 Pisten am Elk Camp und High Alpine. Dabei merkt man dem Gebiet die Höhe von rund 3.600 Metern kaum an, so sanft und menschenleer streicht man über Pisten wie Sunnyside, Naked Lady oder Adams Avenue hinunter nach Snowmass Village. 

Ganz anders präsentiert sich der zweite Tag am Aspen Mountain, der die 20 Zentimeter Neuschnee noch nicht verarbeiten konnte, als ich am frühen Morgen mit ein paar wenigen Ski-Enthusiasten die ersten Spuren ziehe. Dieses Pulver, dass so süchtig macht, bekommt man nur in Colorado geboten und während in Europa alle nach einem Sonnentag lechzen, haben die Süchtigen hier nur ein Grinsen auf den Lippen, wenn es ordentlich vom Himmel rieselt. Also rein in die Gondel und ab ins „Speed Talking“, denn jede Fahrt wird von den Amerikanern gern als Smalltalk-Plattform genutzt. So erfahre ich, dass Carl sein Luxus-Hotel auf Bali endlich an den Nagel gehangen hat, um sich mit seiner damaligen Angestellten in Aspen niederzulassen oder dass Joshua aus Lake Placid noch heute von den Olympischen Winterspielen von 1980 zehrt, aber zugeben muss, dass es hier im Westen einfach den besten Schnee der Welt gibt. Dem ist nichts hinzuzufügen. 

#limelightaspen

Drei Tage im Skifahrer-Himmel gehen zu Ende und ich sitze mit dem General Manager des Limelight, Henning Rahm, in der Lobby und lasse meine Erlebnisse Revue passieren. Der gebürtige Hannoveraner ist 2007 nach Aspen gezogen, um hier ein neues Abenteuer zu beginnen. Zurück in die Heimat zieht es ihn nicht mehr. „Warum auch?“ fragt er mich lächelnd. „Besser wie hier kann es mir nirgendwo gehen. Wir leben hier friedlich und etwas abgeschieden vom Stress der Großstadt und den Schlagzeilen unserer Welt. Lediglich guten Kaffee vermisse ich sehr. Deshalb habe ich mir zuhause eine neue Maschine zugelegt, die einen Kaffee wie im Himmel brüht“.

Doch auch die Gäste im Limelight können sich glücklich schätzen, denn immerhin sorgt Lavazza für die morgendliche Röstung, was insbesondere die Deutschen freut, die mit den aufgewärmten Filtermischungen aus den örtlichen Coffee-Shops wenig anfangen können. Henning Rahm ist nach Stationen in Hamburg, Bad Nauheim und Palm Springs in seiner beruflichen wie privaten Heimat angekommen und genießt im fernen Colorado jeden Tag mit seinem fantastischen Team und den Gästen aus aller Welt.

Dieser Artikel entstand auf Einladung des Limelight in Aspen sowie der Skiregion Aspen Snowmass. Mein großer Dank gilt wie immer Tucker Vest Burton, die den Trip für mich organisiert hat. Danke auch an Henning Rahm, für das interessante Kamingespräch und den spannenden Podcast.

Hier geht es zu meinem Artikel über das neue Limelight Hotel in Snowmass.

1 Comment
  1. […] den Skifahrer allerdings bestens präparierte Pisten und Hänge zum Hinunterstürzen, die ein wenig Aspen-Feeling aufkommen lassen. An den Liftanlagen ist selbst an einem Sonntag wenig los, was man vom Bavarian […]

    Reply

Leave a Comment