The OMNIA Mountain Lodge, Zermatt

By In Europe

Der Schnee peitscht senkrecht gegen die Windschutzscheibe meines Fahrzeugs und lässt mich respektvoll einen Gang zurückschalten. Gedanklich versteht sich, denn heute ist alles Automatik. Alles muss fließen, laufen, perfekt ineinander übergehen. Die Reise nach Zermatt hingegen, ist an diesem Freitag fürwahr kein Zuckerschlecken, zeigt der Winter doch seine Zähne und setzt so manchen Verkehrsteilnehmer in Nullkommanichts Schachmatt. Ich winde mich an allem vorbei, reflektiere nur kurz, bleibe fokussiert, denn mich wird heute nichts aufhalten. Ich werde zurückkehren in die The OMNIA Mountain Lodge in Zermatt, wo ich ganze 9 Stunden später den gläsernen Lift verlasse und die hell erleuchtete Lobby des Hotels betrete. „Herzlich Willkommen. Der Herr Direktor erwartet Sie bereits“ empfängt mich ein freundliches Lächeln. Doch es bedarf keiner Worte, denn Christian Eckert, Managing Director vom OMNIA, kommt mir bereits freudestrahlend entgegen und gibt mir das Gefühl, nach Hause gekommen zu sein. „Schön, dass sie wieder da sind, ein Glas Champagner zur Begrüßung?“. „Ja, gerne“ bringe ich hervor und denke mir, wie schön es ist, dass sich manche Dinge nicht verändern. Dass sich Menschen und Orte treu bleiben und sie das Feuer und die Passion in ihren Herzen weitergeben.

#rooms

Wenn man der Architektur des The OMNIA gerecht werden möchte, dürfte man keine einzige Zeile darüber verlieren, denn Architekt und Designer Ali Tayar schuf hier im Jahr 2006 ein wahres Kunstwerk an Understatement. Dabei herausgekommen ist ein zeitlos elegantes Lodge-Konzept, das vom amerikanischen Modernismus geprägt ist und mit seinen reduzierten Formen und Möbeln viel Raum für eigene Gedanken und Erlebnisse lässt. Das Publikum ist entsprechend. Man schätzt das OMNIA für seine Souveränität und Freundlichkeit. Man kann mit aufgetakeltem Protz nicht viel anfangen, man ist international, weltoffen und freut sich einfach darüber in einer der 30 Suiten nächtigen zu dürfen. Keiner der Räume hat eine Nummer und so führt mich Christian Eckert persönlich in meine OMNIA Tower Suite, die mir über 90 m² Zermatt samt Matterhorn auf dem Silbertablett serviert.

Ein abgerundetes Sofa beschreibt einen Halbkreis und bildet das Theater für die Bühne der Walliser Bergwelt. Das Teleskop ist stets auf den Berg der Berge gerichtet, während im Hintergrund die Flammen im offenen Kamin lodern. Eine Flasche Champagner liegt wie selbstverständlich auf einem Berg von Eiswürfeln, während zwei Pralinen die Form des Matterhorns nachzeichnen. Neben dem großzügigen Wohnbereich gibt es noch ein stilvolles Schlafzimmer, eine Ankleide sowie zwei vollausgestattete Badezimmer. Nichts ist überladen, alles dient einer bestimmten Funktion, das Design ist auf den Punkt. Ich bin sprachlos und bedanke mich bei Christian Eckert für dieses wundervolle Zimmer und das Weihnachtsgeschenk, welches letztes Jahr in Form eines eigenen Parfum-Duftes versandt wurde. „Na ja“ lächelt der Direktor „Eigentlich sind es ja sogar fünf Düfte. Entsprechend der Buchstaben in unserem Namen. Ich werde sehen, was wir da machen können“. Und natürlich stehen am nächsten Morgen die Buchstaben O. M. N. I. und A. in Form von puristischen Flakons auf meinem Esszimmertisch. Mehr braucht man über Christian Eckert und sein Team gar nicht wissen, denn es kann Wünsche von den Augen ablesen.

#food

Executive Chef Hauke Pohl setzt auf kreative Küche mit kleinen Geschmacksexplosionen, die man am besten mit dem Gourmet Menü probiert. Fünf bis sieben Gänge kommen laut Karte recht klassisch daher und versprechen zum Beispiel eine Entenleber, einen Glattbutt, die Bergkartoffel oder das Rind. Die Zubereitung ist dann allerdings so raffiniert, dass jeder Gang eine kulinarische Überraschungsreise ist. Allein die Kunst des Servierens, wäre einen Eintrittspreis wert. Bekommt man zu zweit sein Dinner, werden beide Speisen in der gleichen Sekunde durch zwei Service-Mitarbeiter auf den Tisch gestellt. Man schaut sich in die Augen, um dann gleichzeitig eine Sauce über das jeweilige Arrangement zu gießen. Kein Gast hat einen Vorsprung, keiner muss warten, beide können sich vollends auf die anschließende Geschichte zu Zutaten und Zubereitung konzentrieren.

Doch nicht nur am Abend setzt das The OMNIA Maßstäbe, denn auch das Frühstück zeigt, wie man Stil in ein kleines Buffet hineinzaubern kann. Alle Speisen wie Schinken, Käse, Lachs oder Jogurts werden in kleinen appetitlichen Portionen ausgestellt. Das Bircher Müsli gibt es gar als Appetizer im hochwertigen Glas, so dass nichts an ein typisches Hotelbuffet erinnert. Alles hat Klasse und gibt dem Personal den Trumpf, mit frischen Eierspeisen, Pancakes und Crêpes, noch Sonderwünsche erfüllen zu dürfen.

#wellness

Auch hier gilt: Kein Gigantismus mit üppigen Saunalandschaften und Relaxräumen, die den Gast überfordern könnten. Es gibt einen traumhaft schön illuminierten Indoor-Pool, der jeden „Cool-Pool-Contest“ gewinnen dürfte und dazu noch einen Outdoor-Jacuzzi mit Blick aufs Matterhorn. Was braucht man mehr nach einem sportlichen Skitag? Also regeneriere ich bei 38 Grad Celsius im Freien, zähle die Schneeflocken auf der wirbelnden Oberfläche, während im Dorf die Lichter angehen und Kaminduft durch den Abendhimmel weht. Wer ein paar Wärmegrade mehr benötigt, kann sich den Aufguss in der Sauna genehmigen oder selbst Energie im Gym erzeugen. Alles ganz entspannt und selbstverständlich.

#epicday

Den Epic Day haben einst die Marketingkollegen im amerikanischen Nobelskiort Vail erfunden, um die recht sportlichen 180 $ Tagesskipass zu verargumentieren. Einen Tag für die Geschichtsbücher gibt es in Zermatt schon für rund 75 Euro und dieser beinhaltet das gesamte Skigebiet von Rothorn, Sunnegga, Gornergrat bis hin zum Matterhorn Glacier Paradise. Und während am Samstag, aufgrund von Winden und Schneefällen, die meisten Pisten gesperrt bleiben, steht am Sonntag einem Bilderbuchtag nichts im Wege. Das Panorama ist für mich schlichtweg das schönste der Welt, der Schnee weich wie Pulver und an den Liftanlagen gewohnt wenig Betrieb. Es macht einfach Spaß die kilometerlangen Pisten hinab ins Tal zu fahren und immer wieder aufs Matterhorn zu schauen, das aus jeder Perspektive einfach anders ausschaut.

#theomnia

Die ersten Sonnenstrahlen bündeln sich auf dem Gipfel des Matterhorns und entfachen ein Feuer in mir. Das wird ein besonderer Tag, denn das The OMNIA ist ein besonderes Hotel mit ganz besonderen Menschen. Sie sind es, die der klaren Architektur ihr Herz geben, Wünsche erfüllen und ihre Leidenschaft, ihr Feuer an mich weitergeben. Und wenn ein Feuer in deinem Herzen brennt, dann lass es niemals ausgehen.

Dieser Artikel entstand auf Einladung der The OMNIA Mountain Lodge in Zermatt. Mein Dank gilt dem wunderbaren Team um Direktor Christian Eckert. Die Zeit mag vergehen, der Sommer auf den Winter folgen, doch die Erinnerungen bleiben auf ewig in meinem Herzen.

Hier findet ihr den Artikel zu meinem ersten Besuch im The OMNIA von Zermatt.

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  1. […] Das Interview entstand im Dezember 2019 im Rahmen meines Aufenthalts im The OMNIA. […]

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