Riffelalp Resort 2222m, Zermatt

By In Europe

Alles begann mit einem Versprechen. Im Dezember des vergangenen Jahres durfte ich das „Season Opening“ im legendären Riffelalp Resort miterleben und fragte meine Gastgeberin Petra Gruber damals, welche Jahreszeit hier oben auf 2.222 Metern denn nun die schönste sei. Ohne auch nur eine Sekunde nachzudenken, sagte sie, dass es eindeutig der Sommer ist. „Dann explodieren die Wiesen förmlich vor Blütenpracht und die Kühe weiden direkt vor unserer Haustür. Herr Gebel, sie müssen einfach wiederkommen“. Beim Anblick der schneebedeckten Winterlandschaft, halte ich kurz inne, rutsche ein wenig nach rechts und blicke auf die gezackten Konturen des Matterhorns. Nein, es kann einfach nicht schöner sein, als an diesem Dezembernachmittag, wo die letzten Skifahrer mit der untergehenden Sonne in die warme Hotellobby getrieben werden. Ich musste also wiederkommen. Und hier bin ich.

#arrival

Allein die Anreise ist ein Abenteuer für sich. Geparkt wird im Welcome Parking in Täsch, wo der freundliche Fahrer bereits bestens involviert ist und das gesamte Gepäck in Windeseile in sein Großraum-Taxi hievt. Danach wird ein kurzer Funkspruch abgesetzt und das Riffelalp-Zermatt-Bahnhof-Team erwartet mich bereits an der Gornergrat Bahn, drückt mir eine Fahrkarte in die Hand, um das Gepäck diskret einzuladen. Es folgen zwanzig aussichtsreiche Minuten in der Zahnradbahn, bevor mich der Lokführer der hoteleigenen Riffelalp-Tram in die kürzeste und höchste Trambahn Europas setzt und nach 800 Schienenmetern stilvoll vor der Hotellobby abgibt. Das die Anreise im Winter nicht minder spektakulär ist, könnt ihr in meinem Bericht auf turnagain nachlesen.

#rooms

Das Riffelalp Resort steht für gelebte Tradition und Geschichte, die bis ins Jahr 1884 zurückführt und in jeder Fuge dieses edlen Holz-Bauwerks zu spüren ist. Von der Rezeption, über das elegante Restaurant Alexandre, bis hin zu den 65 rustikalen Zimmern. Hin und wieder schleicht sich ein wenig alpiner Mountain-Chick ein, der sich in wunderbaren Accessoires verliert oder der zeitgemäßen Modernisierung dient. Ansonsten bleibt sich die Riffelalp treu und das ist gut so. Die Zimmer sind mit opulenten Holzdecken ausgestattet, das riesige Bett entschleunigt mit seinen weichen Federkissen, im Bad begeistert die riesige Wasserfalldusche und vom Récamiere hat man nicht nur einen erstklassigen Blick auf den gigantischen Flatscreen, sondern auch eine sensationelle Aussicht auf das Matterhorn, die nur noch besser wird, wenn man die Balkontür aufschlägt.

#food

Für die kreative Haute Cuisine auf 2.222 Metern zeichnet Küchenchef Luigi Lafranco verantwortlich, der nach Stationen auf den Malediven, in Ascona und Lugano endlich wieder „nach Hause“ zurückgekommen ist, wo er bereits von 2000 bis 2006 als Souschef die Gäste verwöhnte. Und er macht es mir heute wirklich nicht leicht, denn es gibt italienische Spezialitäten im Ristorante Al Bosco und Fine Dining im besagten Restaurant Alexandre, welches sich im Haupthaus befindet. Ich entscheide mich für das Alexandre und werde mit einer knackigen Salatbar, einem butterzarten Rindsfilet mit Kräuterkruste und dem abschließenden Riffelalptraum aus Aprikosen und Mandelbiskuit fürstlich entlohnt. Stets im Blick: Der Berg der Berge, das Matterhorn, dessen Gletscher von der untergehenden Sonne in ein warmes Licht getaucht werden und diesen Abend zu einem ganz besonderen machen. Genug der Kulinarik? Mitnichten, denn das Frühstück im Alexandre kann sich ebenfalls sehen lassen, auch wenn ich heute Morgen die Frühstückschefin ein wenig aus der Reserve locke, da ich bereits um 6.40 um Einlass bettele, der eigentlich erst ab 7 Uhr gestattet ist. Doch ich habe noch ein kleines Abenteuer eingeplant und dafür braucht es nun mal eine ordentliche Stärkung.

#besthike

„Wie sieht denn ihre Kletterausrüstung aus?“ fragt mich Chefconcierge Chantra Malorni am Vorabend meiner Besteigung des 4.164 Meter hohen Breithorns und versetzt mich in eine subtile Form der Schockstarre. „Ich dachte, das wird nicht so schwierig…“ stottere ich daher, während er bereits den Beipackzettel aus Steigeisen, Kletterseil, Kopfbedeckung und Rucksack herunterbetet und mich damit unwillkürlich an meine Kilimandscharo Besteigung erinnert. Nachdem er ein vierfaches „Nein“ hört, sieht er mich schon in Jeans und Flip-Flops zum Gipfel staksen, so dass ich ihn mit dem Hinweis auf Bergschuhe, Wanderhose und Windbreaker etwas besänftigen kann. „Na gut. Den Rest wird dann unser Bergführer, der Yann, organisieren, der euch um 8 Uhr an der Bahnstation zum Matterhorn Glacier Paradise erwartet“. Und mit diesen Worten schickt er mich in eine schlaflose Nacht, in der ich mich bereits am Seil über einer Gletscherspalte baumeln sehe. Etwas nervös stehe ich an der Bahnstation Furi und freue mich erst einmal auf die spektakuläre Fahrt zum Matterhorn Glacier Paradise, die mich mal eben aufs Klein Matterhorn in 3.883 Metern Höhe katapultiert. Damit markieren die 25 Gondeln mit je 28 Sitzplätzen, die höchste 3S-Bahn der Welt und bieten dramatische Ausblicke auf das Breithorn und den Theodulgletscher.

Die Fahrt könnte endlos so weitergehen, doch der Yann, unser Bergführer, verteilt bereits fleißig seine Steigeisen und zeigt, wie man diese zielführend unter den Wanderstiefel schnürt. Ich schaue in dem sicheren Glauben zu, dass ich das Verbinden der Schnüre im Ernstfall eh durcheinanderbringen werde, so dass der Yann das Anseilen an die Klettergurte gleich selbst übernimmt. Dann ist es soweit und wir reihen uns in die Karawane der Breithornbesteiger ein, die sich zunächst über ein endlos erscheinendes Gletscherfeld bewegt. Den Blick zum Gipfel sollte man sich vielleicht für den Rückweg aufheben, denn das Breithorn glänzt mit seiner riesigen Schneehaube recht unheilvoll in den Himmel und schickt zur Warnung einen frostigen Windstoß ins Tal. Nach der Hälfte des Weges legen wir die Steigeisen an und gehen fortan in einem 45-Grad-Winkel den Berg hinauf, was erstaunlich gut funktioniert, bis ich plötzlich vor einer Gletscherspalte stehe, die nur durch einen schmalen Steg passiert werden kann. „Das ist der schlimmste Sommer bisher. Es hat immer weniger Schnee hier oben“ bemerkt der Yann und überquert die kritische Stelle, als wäre es ein Bürgersteig. Augen zu, durch und hinterher, bis mir irgendwann die Steigeisen vom Schuh rutschen und ich erst einmal nachjustieren muss, denn ohne die „Dinger“ geht hier oben nichts mehr. Etwa 45 Minuten schieben wir uns Kehre um Kehre dem Gipfel entgegen, bis mich ein Windstoß streift und ich zur linken Hand den Abgrund spüre. Wir stehen auf dem Gipfelgrad eines Viertausenders und genießen den Panoramablick bis hin zum Mont Blanc und dem Bernina Massiv. Das ist großartig und obwohl ich ordentlich „Grip“ unter den Eisen spüren, zieht mich die Tiefe doch magisch an, so dass ich froh bin, dass wir nach ein paar Gipfel-Selfies wieder den sicheren Abstieg antreten. Insgesamt dauert die Tour etwa 3 ½ Stunden und ist ein unglaubliches Erlebnis, für das man keine alpine Erfahrung haben muss.

Wer es etwas langsamer angehen möchte, dem empfehle ich die Wanderung zum berühmten Riffelsee, der von der Bahnstation Rotenboden in etwa 10 Minuten zu erreichen ist. Und während es am See noch vor Touristen wimmelt und wuselt, ist man auf der spektakulären Wanderung hinunter zur Riffelalp fast allein unterwegs.  Insgesamt sollte man zwei Stunden für diesen wunderschönen Weg einplanen, um sich am Ende stilvoll im wunderbaren Outdoor-Pool des Riffelalp Resorts verwöhnen zu lassen.  

#riffelalpresort

Am Abend begrüßt uns Restaurantleiter Alcindo im Alexandre, führt uns zu einem Tisch mit Blick auf das wolkenumhüllte Matterhorn und erzählt mir von seiner Heimat Lissabon, den Stränden und Caipirinhas und den vielen schönen Jahren hier auf der Riffelalp. „Ich bin 7 Monate im Jahr hier oben und genieße jeden Augenblick mit so wunderbaren Gästen wie ihnen“. Ja, charmant ist er der gute Alcindo und so sind es am Ende die Menschen und langjährigen Mitarbeiter, die die Riffelalp zu einem ganz besonderen Ort machen, der in meinem Herzen immer seinen festen Platz haben wird.

Dieser Artikel entstand auf Einladung des Riffelalp Resort 2222 m. Vielen Dank an Petra Gruber für die großartige Organisation und Danke auch an die Bergbahnen Zermatt für die Fahrt zum Matterhorn Glacier Paradise. Last but not least: Merci Yann, für meinen ersten Viertausender. So etwas vergisst man nie.

Hashtags: #riffelalpresort2222m #riffelalp #breithorn #zermattbergbahnen #matterhornglacierride

Wer auf außergewöhnliche Hotels steht, dem empfehle ich meinen Artikel über Das EDELWEISS Salzburg Mountain Resort im Großarltal.

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